| Genealogische Atomtheorie bis Arie Marchal 06-02-1997 Ursprüngliche version: 30-01-1996 |
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| Resümee | ||||||||
| In jedem Archiv oder in jeder genealogischen Sammlung sehe ich eine genealogische Welt. Darin befindet sich viel GENEASTOFF. Damit meine ich mehrere Archivalien, wie z.B. Kirchenbücher, Schöffenregister, Notariatsakten usw. Wenn wir solchen GENEASTOFF untersuchen, finden wir, dass sich hierin viele GENEAMOLEKÜLE befinden. Ein Beispiel hierfür ist eine eingetragene Taufe. Innerhalb eines solchen GENEAMOLEKÜLs können wir, wie in der Chemie, mehrere GENEATOME unterscheiden. Wie diese GENEAMOLEKÜLE in GENEATOME gegliedert werden, wird in in diesem Artikel dargestellt. Ich hoffe damit die Wissenschaft einen kleinen Schritt weiter zu .helfen. Auch die Chemie ging erst gut voran, als die Atomtheorie eingeführt wurde | ||||||||
| Einleitung | ||||||||
| Seit 1982 sammele ich Erfahrung mit dem Versuch, genealogische Informationen festzulegen. Das hat mich dazu gebracht, Aufstellungen mehrerer Systeme einmal kritisch zu durchleuchten. Aus diesem Grund sind mehrere genealogische Programme und auch die Software, die durch die "Sichting Geschiedkunde De Maaskentj (S.G.M.)" entwickelt wurde, überprüft worden. Nachdem 1982 die Grundlage zum Stammbaumprogramm GIS (genealogisch Informationssystem) gelegt wurde, wurde 1988 begonnen, genealogische Quellen (wie zum Beispiel Kirchenbücher) damit zu erfassen. Dies geschah auf Basis des GRIS-Systems (genealogisches Registrations- und Informationssystem). 1994 wurde, um in einem größeren Rahmen arbeiten zu können, das SOS (systematisches onderzoekssysteem) entwickelt. 1995 wurde das System weiter ausgebaut und so entstand das LAPIS System (Limburgs Archief Publieksgericht Informatiesysteem). Der Name LAPIS ist auch der Hinweis auf den Ort Stein (lateinisch "lapis" bedeutet "Stein"), wo die Grundlage vieler genealogischer Aktivitäten gelegt würde. All diese Entwicklungen wurden jetzt in das GenDaWin-Datenbanksystem vereint. | ||||||||
| Theorie | ||||||||
| In der GENEALOGISCHE ATOMTHEORIE definiere ich die kleinste Einheit einer genealogischen Information als GENEATOM. Das GENEATOM können wir als Punkt in der vierten Dimension betrachten. Das GENEATOM besteht aus folgenden vier Entitäten: | ||||||||
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Alle vier Bauteile sind zur Vollständigkeit eines GENEATOMs unbedingt notwendig. Unvollständige Informationen sind zwar möglich (wenn nur eine oder mehrere bekannt sind), reichen aber nicht aus, um von Bedeutung zu sein. Die nächste Ebene einer genealogischen Information ist das GENEAMOLEKÜL. Dies ist eine Kombination aus einem oder mehreren GENEATOMEN. Ein Beispiel eines GENEAMOLEKÜL ist eine Taufe, die in einem Register eingetragen ist. Hier sind Wo und Wann der verschiedenen GENEATOME gleich, aber selbstverständlich sind Wer und Wie verschieden. Bei einem GENEAMOLEKÜL gehört immer auch die Erwähnung der Quelle. Wenn der Verfasser des GENEAMOLEKÜLs nicht explizit erwähnt wird, kann dort dennoch innerhalb des GENEAMOLEKÜL implizit ein GENEATOM vorhanden sein, weil man aus der Schrift schliessen kann, wer die Akte eingetragen hat. Wollen wir nun in einem idealen System die genealogischen Daten von Personen erfassen um diese zu erforschen (oder sogar Stammbäume erstellen), dann müssen wir uns bewusst machen, dass das Leben der Leute mit einer Serie von GENEATOMEN beschrieben werden kann. Dass sind manchmal mehr als die drei, die meist benutzt werden. Hier meine ich Geburt, Heirat und Tod. Oft können wir eine Vielzahl an Aktivitäten von Personen, die in Quellen vermerkt sind, als GENEATOME auswerten. Manchmal kennt man von einer Person nur ein oder weniger GENEATOME. Es kann aber auch vorkommen, dass eine Person dutzende Male in einer notariellen Akte, einem Schöffenbankregister oder Landregister usw. erwähnt wird. |
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Beispiel einer Anwendung dieser Theorie Fangen wir an mit dem GENEAMOLEKÜL einer einfachen Taufe in Stein im Jahre 1726. Im Taufregister wurde vermerkt: 1726 7 Augusti baptisatus est Samuel filius legitimus Laurentii Marschal et Maria Hellebrants conjugum, susceptores Joes Hellebrants et Barbara Meijers. |
| TABELLE 1 | |||
Wer |
Wie |
Wo |
Wan |
| Samuel Marschal | Täufling | Stein | 7 August 1726 |
| Laurentius Marchal | Vater des Täuflings | Stein | 7 August 1726 |
| Maria Hellebrants | Mutter des Täuflings | Stein | 7 August 1726 |
| Johannes Hellebrants | Zeuge | Stein | 7 August 1726 |
| Barbara Meijers | Zeuge | Stein | 7 August 1726 |
| Alle GENEATOME ergeben ein einfaches GENEAMOLEKÜL. Es ist wichtig, auch komplizierte GENEAMOLEKÜLE in der richtigen Weise zu analysieren. In der zweiten Tabelle ist eine Akte aus dem Schöffenbankregister von Stein (Nr 42, Seite 180) aufgeführt: |
| TABELLE 2 | |||
Wer |
Wie |
Wo |
Wan |
| Rut Gubbels | Schöffe | Stein | 29 December 1699 |
| Jan van Mulken | Schöffe | Stein | 29 December 1699 |
| Christoffel Marschal | Partei | Stein | 29 December 1699 |
| Geurt Franken | Gegenseite | Stein | 29 December 1699 |
| Renke Haegmans | Grundstücksnachbar | Meerserveldt | 29 December 1699 |
| Wir werden die Entitäten der Atome jetzt näher untersuchen | ||||||||
| WIE-ENTITÄT | ||||||||
| Diese Entität wird gespalten in eine Eigenschaft und einen Verweis. Selbstverständlich ist es schön zu wissen, dass jemand verheiratet ist. Es wird aber erst durch den Verweis auf einen Partner wirklich interessant. Hier muss deshalb eine dynamische Verbindung mit einer Personentabelle erstellt werden. Auch die Verbindung zu einer Orts- oder Berufs- Tabelle muss möglich sein. NB. Werden nur die Quellen festgelegt, kann ein Verweis entfallen. | ||||||||
| WER-ENTITÄT | ||||||||
| Diese Entität muss in eine Namens-Tabelle verweisen, welche Familien- und Vornamen von Personen enthält, die als GENEATOME bedeutsam sind. Diese Tabellen sind gekoppelt mit Standard-Namen und Standard-Vornamen.. Mehr nicht. | ||||||||
| WO-ENTITÄT | ||||||||
| Hier muß der Ort vermerkt sein, der mit diese Entität verbunden ist. Daher wird z.B. eine Taufe in Elsloo in dem GENEAMOLEKÜL festgelegt, welche in Stein (Ortschaft) registriert wurde. Auch muss die örtliche Stelle, z.B. Meerserveldt, angegeben werden. Dazu gehört aber auch der Standard-Name und der Name des Ortes, wie er z.Z. verwendet wird. | ||||||||
| WANN -ENTITÄT | ||||||||
| Hier nehmen wir die jetzt übliche gregorianische Chronologie und nennen den Zeitpunkt. Ist dieser nicht genau bekannt, verwenden wir einen Zeitraum, der den Zeitpunkt so weit wie möglich eingrenzt, z.B. zwischen 1550 und 1600. | ||||||||
| GENEAWELT | ||||||||
| Wie sollen wir uns die GENEAWELT vorstellen? Dies ist möglich auf vier Ebenen: | ||||||||
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Wohlgemerkt. Auch Personen, von denen die Daten nicht vollständig sind,
können verarbeitet werden. Zum Beispiel bei einem Geburtsdatum, das vor
einem GENEAMOLEKÜL-Datum liegt. Sollte ein Geburtsdatum fehlen, kann
trotzdem ein einmaliger fiktiver Ort erwähnt worden sein. Durch Selektion
und gezieltes Suchen im Gesamtbestand können hieraus trotzdem neue
Erkenntnisse gewonnen werden. Mein Kollege Martin Pfeifer hat darauf hingewiesen, dass es nützlich sei, zwischen passiven und aktiven Geneatomen zu unterscheiden. Bei aktive Geneatomen ist jemand persönlich anwesend gewesen, z.B. ein Täufling. Von passiven Geneatomen ist die Rede, wenn einer genannt wird, ohne anwesend gewesen zu sein z.B. ein Grundstücksnachbar. |
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| Schluß | ||||||||
| Die Lebensgeschichte einer Person kann durch die Synthese seiner Geneatome darstellt werden. | ||||||||